FBI-Verschwörung gegen Donald Trump?


Verschwundene SMS eines FBI-Agenten seien “eine der größten Geschichten seit langem”, twitterte Donald Trump am Dienstag. Der Präsident bestärkt damit eine unter Republikanern weit verbreitete Verschwörungstheorie über eine “Anti-Trump-Zelle”.

Die SMS-Nachrichten eines FBI-Agenten an seine Geliebte sind in den USA zum politischen Top-Thema geworden. Das FBI habe einen Teil dieser Nachrichten absichtlich verschwinden lassen, behaupten rechtsgerichtete Medien seit Tagen. Am Dienstag hat sich nun auch Präsident Donald Trump auf Twitter zu Wort gemeldet und die Angelegenheit als “eine der größten Geschichten seit langem” bezeichnet. Immer mehr Republikaner behaupten, der Inlands-Geheimdienst FBI sei Teil einer Verschwörung gegen den Präsidenten, die seine Absetzung zum Ziel habe. Ein Abgeordneter sprach sogar von einem “stillen Putsch”. Trumps Tweets geben dieser Verschwörungstheorie jetzt neuen Auftrieb.

Aber worum geht es überhaupt? Bereits vor der Präsidentschaftswahl 2016 war Agent Peter Strzok Teil der FBI-Ermittlungen zu Verbindungen zwischen der Trump-Kampagne und der russischen Regierung. Zu dieser Zeit hatte er außerdem eine Affäre mit seiner Kollegin Lisa Page, mit der er sich häufig per SMS austauschte. Öfter ging es dabei auch um die Arbeit – und um Trump. Strzok nannte ihn unter anderem einen “Trottel” und “Vollidioten” und schrieb, Clinton “müsse” die Wahl einfach gewinnen. Als die Nachrichten im Dezember zunächst intern bekannt und später veröffentlicht wurden, wurde Strzok von den Trump-Ermittlungen abgezogen.

“Versicherung” für den Fall eines Trump-Sieges

Besonders ein SMS, in dem Strzok von einer “Versicherung” für den Fall eines Trump-Sieges spricht, hat republikanische Spekulationen über eine “FBI-Verschwörung” angeheizt. Er schrieb an Page, er wolle ja ebenfalls glauben, dass Trump ohnehin keine Chance habe. “Aber wir können dieses Risiko nicht eingehen. Es ist wie eine Versicherung für den unwahrscheinlichen Fall, dass man vor 40 stirbt”, so die Nachricht. Wollte er nur mit einem Beispiel erklären, warum er sich über den Wahlausgang überhaupt Sorgen macht? Oder war es tatsächlich ein Hinweis auf einen geheimen Plan, Trump wieder aus dem Amt zu jagen?

Seit Monaten trommeln Republikaner gegen die US-Justiz und im Besonderen das FBI. Vor allem die Ermittlungen zu Trumps Russland-Verbindungen (er selbst sprach von einer “Hexenjagd”) sind vielen ein Dorn im Auge. Sie orten bis in höchste Kreise reichende “Widerstandsnester” in den Behörden, die Trump um jeden Preis sabotieren wollen. Die SMS-Geschichte war aus den Medien aber bereits wieder verschwunden, bis letzten Freitag das Justizministerium bekannt gab, dass ihm ein wichtiger Teil der Strzok-Page-Nachrichten fehlen würde, nämlich jene des Zeitraums Dezember 2016 bis Mai 2017. In diese Zeit fallen Trumps Amtsantritt und die Entlassung von FBI-Direktor James Comey.

FBI: Daten gingen bei Upgrade verloren

Für Trumps Anhänger ein klarer Fall: Das FBI müsse die fraglichen SMS gelöscht haben, weil sich darin offenbar noch deutlichere Hinweise auf die Verschwörung gegen den US-Präsidenten finden. Am Montag behaupteten zwei republikanische Abgeordnete gegenüber dem Sender “Fox News”, die SMS würden die Existenz einer “Geheimgesellschaft” von Trump-Gegnern in der Justiz beweisen. Die offizielle Erklärung des Justizministeriums zum Fehlen der SMS ist, dass die Aufzeichnungen im Zuge eines technischen Upgrades überschrieben wurden. Das dürfte sich, sollte es so gewesen sein, auch relativ einfach nachweisen lassen. Doch werden sich die Zweifel der Republikaner wohl auch so kaum zerstreuen lassen.


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