Die zweite Kollektivvertragsverhandlung der Metaller sei ergebnislos zu Ende gegangen, heißt es. Das ist so nicht ganz richtig. Hinter den Kulissen wird einiges vorbereitet.
Und wieder einmal kehrt Ruhe ein. Immerhin waren es ganze zwei Sitzungen, die die Kollektivvertragsverhandler der Metallbranche seit dem Start vor zwei Wochen hinter sich gebracht haben. Vorerst ergebnislos, wie es heißt.
Dieser immense Arbeitsaufwand schreit geradezu nach einer längeren Pause. Dementsprechend ist der nächste Gesprächstermin erst für den 23. Oktober angesetzt worden.
Warten auf die Wahl
Schuld daran ist natürlich die Nationalratswahl. Weil derzeit tatsächlich niemand sagen kann, wie die politische Landschaft nach dem 15. Oktober aussehen wird, wartet man vorsichtshalber ab. Sicher ist sicher.
Dazu kommt, dass – neben der Forderung der Arbeitnehmervertreter nach einer vierprozentigen Lohnerhöhung – auch, dass die gesetzliche Angleichung von Arbeiter und Angestellten ein größeres Thema bei den Kollektivvertragsverhandlungen ist.
Ob diese Ungleichstellung noch vor dem Urnengang oder danach durch das Parlament bereinigt wird, ist den Arbeitgebervertretern einerlei: Sie wollen für diese – aus ihrer Sicht teure – Änderung – jedenfalls einen Ausgleich im Lohn- und Gehaltsschema sehen. Zudem hätten sie statt der jährlichen Streitereien um die Istlohnerhöhung lieber gleich mehrjährige Kollektivvertragsabschlüsse vereinbart.
Es gebe also mehr als genug zu besprechen. Außerdem beinhalten die noch offenen Themen ordentlich Konfliktpotential.
Koordinierte Vorbereitung
Das ist auch der Grund, warum die beiden Verhandlungsteams die Zeit bis zum nächsten Gesprächstermin ganz und gar nicht in aller Ruhe abwarten, sondern sich im Gegenteil schon seit längerem darauf vorbereiten.
Während die Arbeitgeber fleißig am Rechnen sind, um die Vier-Prozent-Drohung der Gegenseite in einen akzeptablen Mehrjahres-Vergleich umzuwandeln, gehen die Gewerkschafter von ProGe (Produktionsgesellschaft, verhandeln für die Arbeiter in der Metallbranche) und GPA-djp (die für die Angestellten zuständige Teilgewerkschaft) bereits bekannte Wege.
So findet am 11. Oktober in von den Verhandlungen betroffenen Betrieben eine Informationsveranstaltung statt. Dies ist traditionell der erste Schritt der bekannten gewerkschaftlichen Eskalationsmaßnahmen. Es folgen: Betriebsrätekonferenzen, Betriebsversammlungen in den einzelnen Unternehmen und schlussendlich die jährliche Streikdrohung.
Gute alte Tradition
Alles wie immer und alles ganz normal.
Wer sich also Sorgen macht, die Wahlen könnten dieses Mal die Metaller-Kollektivvertragsverhandlungen verschleppen oder gar zum Scheitern bringen, kann beruhigt werden: Es geht seinen gewohnten Gang.
Und damit steht der –aus guter alter sozialpartnerschaftlicher Tradition entstandenen – Einigung (bei Lohnerhöhungen und anderen Themen) mit spätestens Anfang November so gut wie gar nichts mehr im Weg. Es läuft also alles nach Plan.
