Wer sein Haustier mit auf Urlaub nimmt, sollte das gut vorbereiten. Hier einige Tipps, damit die Traumreise am Ende kein teurer Spaß wird
Marie H. macht mit ihrem Vierbeiner Fritzi, einem Jack-Russell-Terrier, gerne Urlaub in Österreich. “Hunde mögen keine Hitze”, sagt Frau H., “deshalb sind mir klimafreundliche Destinationen wichtig.” Auch die Fahrtdauer und die Transportumstände sollten für ihren liebsten Vierbeiner immer erträglich bleiben. “Wir reisen ausschließlich mit dem Zug oder dem Auto”, erklärt sie, “denn meinen Hund möchte ich nicht gerne im Flugzeugfrachtraum allein lassen.”
Dieses Jahr geht es im Juni zum Weißensee nach Kärnten. Und natürlich muss Fritzi auch in der Unterkunft willkommen sein: Frau H. bucht am liebsten Ferienwohnungen über Internetplattformen wie Airbnb. Pensionen, die gezielt als hundefreundlich beworben werden, meidet sie eher. Da wimmelt es klarerweise nur so vor Vierbeinern. Verstehen sich die Tiere untereinander nicht, dann sei das eher stressig, findet die Hundebesitzerin.
Doch egal, ob Urlaub in der Heimat oder ein Lateinamerika-Trip: Wer mit Hund, Katze und Co. verreist, sollte vorab einiges beachten. Vergisst Herrchen oder Frauchen beispielsweise auf die richtigen Dokumente, können saftige Strafen drohen. Hier ein paar Tipps:
1 Pass fürs Haustier Bei Urlaubszielen innerhalb der EU müssen sich Haustierbesitzer einen Heimtierausweis, den kostenpflichtigen Pet Passport, besorgen. Den bekommen sie bei jedem niedergelassenen Tierarzt in Österreich. Außerdem muss dem Tier ein Chip implantiert sein, sofern es nicht bereits vor 1. Juli 2011 zur Identifizierung tätowiert wurde. “Wichtig ist auch das Alter des Tieres”, sagt Franziska Kiefmann vom Verein für Konsumenteninformation (VKI):”Jungtiere, die noch nicht von der Mutter entwöhnt sind, sollten nicht transportiert werden.” Wer seinen Vierbeiner auf Reisen außerhalb der EU mitnehmen möchte, sollte sich auf alle Fälle zeitgerecht über die Einreisebestimmungen informieren. Das kann man unter anderem auf der Internetseite der jeweiligen Botschaft machen.
2 Besuch beim Arzt Doch nicht nur die Identitätspapiere sind für die Reise ins Ausland wichtig. Haustierbesitzer sollten sich unbedingt auch über geforderte Impfungen und ärztliche Untersuchungen für die Einreise ins Zielland informieren. Und das auf alle Fälle rechtzeitig. Sonst kann es passieren, dass der Tierarzt des Vertrauens erst nach der Urlaubszeit wieder freie Termine hat. Aber nicht nur an die Hinreise sollten Tierbesitzer denken. “Es kann sein, dass es auch Vorschriften für die Rückkehr nach Österreich gibt”, erklärt VKI-Expertin Kiefmann. Zum Beispiel kann der Tierbesitzer eine Tollwut-Titerbestimmung bereits vor der Abreise bei seinem Tierarzt machen lassen, um sie dann bei der Wiedereinreise vorzuweisen.
3 Flieger, Bus oder Bahn Im Auto ist es für Hund, Katze, Frettchen und Co. meist am gemütlichsten. Herrchen und Frauchen sollten nicht nur an den eigenen Komfort denken, sondern auch an jenen der Vierbeiner. “Flugreisen gehen vielleicht schneller, bedeuten aber auch wesentlich mehr Stress für das Tier”, sagt Kiefmann. Und die Reise benötigt einige Vorbereitung: von der Wahl der passenden Fluglinie über den Kauf der Transportbox bis hin zu Beruhigungsmitteln, die der Tierarzt bei sehr nervösen Tieren verschreibt. Außerdem gibt es je nach Airline unterschiedliche Bestimmungen bezüglich der Mitnahme von Tieren. Diese variieren nach Größe des Tieres. “Die Reise im Bus ist zu vergleichen mit der Reise in der Bahn”, sagt Indra Kley, Leiterin des Tierschutzvereins Vier Pfoten in Österreich. “Der Hund, egal, welcher Größe, kann bei seinem Besitzer sein.” Dadurch werde der Stress für das Tier stark reduziert. Wichtig: Viele Tiere benötigen Tickets für Flieger, Bahn, Bus und Fähre. Die Kosten hängen vom jeweiligen Reiseziel und dem Transportunternehmen ab. Hier kann man vorab also die Preise vergleichen, um die Geldbörse zu schonen.
4 Gut versichert Ratsam ist es, eine Haftpflichtversicherung für sein Tier abzuschließen, für den Fall, dass es beispielsweise zu einem Unfall kommt. “Die verschiedenen Versicherungsunternehmen geben unterschiedliche Rahmenbedingungen vor”, erklärt Kley. “Der Tierbesitzer muss sich also vor dem Urlaub informieren, ob seine Versicherung auch eine Auslandsreise abdeckt.” Krankenversicherungen für Tiere seien jedenfalls sehr kostenaufwendig.
Wer sich nicht an die Vorschriften des Ziellandes hält, Dokumentation oder ärztliche Untersuchungen vorab nicht durchführt, dem drohen Geldstrafen. “Die deutlich schlimmere Strafe ist, dass das Tier in Quarantäne gebracht werden kann”, sagt Kley. Die Zeit, die das Tier dort verbringen muss, könne sehr lang sein. Und der Besitzer muss die Betreuungskosten tragen. Wer sich vorab informiert, vermeidet das. Mehr Tipps dazu gibt es unter www.konsument.at und www.vier-pfoten.org.
