Wenn man Politiker auf sich aufmerksam machen möchte, wo kann man sie am besten antreffen? Wenn man endlich ein Zeichen für striktere Waffengesetze setzen will, wie macht man sich bemerkbar? Aktivisten der Organisation Avaaz nahmen diese Frage ernst und überlegten, wie sie die Augen der Regierung auf sich lenken könnten.
Das Epizentrum der Politikgestaltung ist im Kapitol, der Rasen davor ist riesig. Aktivisten verteilten am Dienstag 7000 Paar Kinderschuhe über den Rasen des Kapitols. Ein machtvolles Zeichen, das man nicht ignorieren kann. Die 7000 Schuhe repräsentieren die 7000 Kinder, die seit dem Sandy-Hook-Massaker von 2012 durch Waffengewalt an Schulen umkamen.
Familien, die Kinder in einem Amoklauf verloren haben, wurden eingeladen, ihre Kinderschuhe für das Projekt zu spenden. „Ich werde nach D.C. reisen, um die Schuhe meines Sohnes Daniel, die er an dem Tag trug, als er beim Columbine-Amoklauf starb, dazuzulegen“, sagte Tom Mauser gegenüber Avaaz. „Ich glaube, Schuhe bieten eine sehr kraftvolle Metapher, sowohl als Zeichen dafür, wie wir die Opfer, die einst diese Schuhe gefüllt haben, vermissen, als auch dafür, wie wir so etwas verhindern können, damit andere nicht nochmal dasselbe durchmachen.“
Menschen im ganzen Land, darunter Prominente, spendeten Schuhe für die Ausstellung, die laut Avaaz mehr als 10.000 Quadratmeter groß ist. Mehrere demokratische Abgeordnete besuchten das Gelände und nutzten die Gelegenheit, eine Waffenreform zu fordern.
Laut CNN nahm Avaaz die Zahl von 7.000 aus einem Bericht der American Academy of Pediatrics aus dem Jahr 2017, wonach in den USA jedes Jahr fast 1.300 Kinder an Schusswunden sterben.


